Eine frische Perspektive einnehmen

Da sich die Strukturen und Aufgaben der Mitarbeiter oft verändern, und sich z.B. durch schnelles Wachstum und erhöhte Reichweite die Ansprüche an eine Website und andere Kommunikationsmedien verändern, entstehen oft gerade in diesem Bereich komplizierte Inhaltsgebilde, die zwar sehr viele Informationen enthalten, den Besucher der Website aber bei erstmaligem Besuch etwas überrumpeln können. Das passiert oft dadurch, dass die Inhalte von Mitarbeitern geschrieben werden, die schon sehr stark in ihrem Thema verwurzelt sind, und denen (natürlicherweise) der Blick eines Themenfremden fehlt. Wenn das der Fall ist, empfiehlt es sich, als erstes einmal einen Schritt zurückzutreten, den wesentlichen Zweck herauszuarbeiten, den die Website erfüllen soll, und die vorhandenen Inhalte auf Herz und Nieren – also auf Aussage und Verständlichkeit – zu prüfen.

Genau das war beim VKK der Fall. Ein großes Verständnisproblem ergab sich schon durch den Namen: Der Verband hieß »Verband der Küchenleiter und Küchenleiterinnen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen e.v.«. Mittlerweile ist das Angebot aber auch für Küchenleiter in Mensen oder  Firmenkantinen interessant und wertvoll. Die Namensänderung in »Verband der Küchenleitung« war also ein logischer Schritt, um die momentan nicht angesprochene Zielgruppe direkt in der Ansprache einzubinden.

Beim ersten kritischen Blick auf die eigene Website sollte man also folgende Fragen im Kopf haben:
- Fühlen sich alle Teilnehmer meiner Zielgruppe gleichwertig angesprochen?
- Wird das Hauptziel meiner Organisation klar?
- Sind die Inhalte in kleinem überschaubare Blöcke unterteilt?
- Sind die Texte so leicht verständlich, das selbst eine völlig fachfremde Person  sich in kurzer Zeit einen Überblick über unser Tun verschaffen kann?

Muster erkennen und Strukturen festlegen

Bei mit den Jahren organisch gewachsenen Websites ist es empfehlenswert, ein sogenanntes »Contentmapping« durchzuführen, um einen guten Überblick über die vorhandenen Inhalte der Website zu bekommen. So sieht man oft auf einen Blick, welche Inhalt wichtig oder überflüssig sind, und welche möglicherweise noch fehlen.

Die Mitarbeiter der Elternhilfe für Kinder mit Rett-Syndrom in Deutschland e.v. standen vor genau dieser Herausforderung:  Aus  Mangel an bereits bestehenden Menüpunkten wurden neue Inhalte an andere Themen angehängt, sodass es am Ende kaum möglich war, einen einmal gelesenen Artikel auf der Seite wiederzufinden, ohne sich durch unzählige Untermenüs zu klicken. Eine andere Herausforderung war die Anforderung, sehr viel Fachwissen für die Mitglieder und andere Interessierte in langen Artikeln bereitzustellen, ohne direkt den Erst-Besucher der Seite damit zu überfordern.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, ein solches Problem zu lösen. In diesem Fall haben wir gemeinsam mit der Elternhilfe beschlossen, auf der Startseite als erstes die neuesten Veranstaltungen darzustellen, gefolgt von Informationen zu Verein und Krankheitsbild. Die Fachartikel und Erfahrungsberichte werden in eine »Ratgeber« Sektion ausgelagert, die sich leicht durch Tags und Unterkategorien filtern lässt. 

Einfache Handhabung als oberste Priorität

Da die Webauftritte von Vereinen oft von wechselnden Personen gepflegt werden, ist eine einfache Handhabung des CMS ohne IT- Kenntnisse ein absolutes Muss. Wordpress ist hier eine gern und oft verwendete Möglichkeit, gibt dem User aber auch sehr viel Spielraum, selbsttätig  an der Seitenstruktur Änderungen vorzunehmen.  Außerdem sind die Inhalte relativ umständlich zu formatieren. Ein großer Vorteil ist hier natürlich die Verwendung von Themes, durch die sich relativ leicht ein simples Layout zusammenstellen lässt.

Bei  individuelleren Websites lohnt es sich meistens, auf ein kleineres CMS wie »Perch« oder »Craft« umzusteigen. Mit diesen Systemen kann genau vorgeben werden, welche Bereiche der Website anpassbar werden sollen, und welche nicht, eine maximale Textmenge vorgegeben werden kann, aber vor allem weil die Eingabe von Inhalten absolut übersichtlich und leicht verständlich ist.

Perch ist vor allem geeignet, wenn nur sehr wenige Bereiche der Website anpassbar sein sollen, wie z.B. eine einzelne Veranstaltungsübersicht, oder eine Neuigkeitenrubrik. Craft verwenden wir, wenn die die Website mehrsprachig ist und aus vielen kleinen, editierbaren Modulen bestehen soll.